
Das Blut der Babenberger
Das Blut der Babenberger
Österreich im 12. Jahrhundert: Aus einer kleinen Mark am Rand des Reiches beginnt langsam ein Herzogtum zu werden. Hinter diesem Aufstieg stehen mächtige Herrscher, Bündnisse, Feindschaften und Entscheidungen, deren Folgen weit über die eigene Lebenszeit hinausreichen.
Ulrich ist kein Fürst und kein großer Held. Er ist ein Gefolgsmann, der seinem Herrn dient und versucht, in einer Welt seinen Platz zu finden, in der sich die Machtverhältnisse jederzeit ändern können. Als junger Mann tritt er in den Dienst Heinrichs des Zweiten. Was zunächst wie ein einfaches Leben im Gefolge seines Herrn beginnt, führt ihn schon bald mitten hinein in eine Zeit, in der sich das Schicksal der Babenberger und ihrer Herrschaft grundlegend verändert.
Heinrich macht aus der Mark Österreich ein Herzogtum und baut seine Stellung innerhalb des Reiches aus. Ulrich erlebt diese Entwicklung nicht aus sicherer Entfernung, sondern dort, wo Geschichte geschieht: auf Burgen und Schlachtfeldern, bei Belagerungen und auf Reisen, in den Lagern von Heeren und an den Höfen der Mächtigen. Er sieht, wie schnell aus einem Bündnis Feindschaft werden kann und wie wenig das Leben eines einfachen Mannes zählt, wenn Fürsten ihre Interessen verfolgen.
Nach Heinrichs Tod führt Ulrich sein Leben unter dessen Nachfolger Leopold dem Fünften weiter. Mit ihm verändert sich auch die Welt, in der Ulrich lebt. Der Herzog sucht seinen Platz zwischen den großen Mächten Europas und gerät dabei in Konflikte, die Österreich weit über seine Grenzen hinaus bekannt machen.
Der Dritte Kreuzzug führt Ulrich schließlich in eine Welt, die mit seiner Heimat kaum noch etwas gemeinsam hat. Weit entfernt von Österreich erlebt er die Gewalt und Entbehrungen eines Feldzuges, der von großen Namen geprägt wird. Für Männer wie Ulrich bedeutet der Kreuzzug vor allem lange Märsche, Kämpfe, Hunger, Angst und die ständige Ungewissheit, ob sie ihre Heimat jemals wiedersehen werden.
Als Richard Löwenherz schließlich auf seiner Rückreise gefangen genommen wird, findet auch Ulrichs eigenes Leben eine unerwartete Wendung. Die Ereignisse, die Europa bewegen, reichen bis in seine persönliche Welt hinein und zeigen ihm, dass die Entscheidungen der Mächtigen auch das Leben jener verändern, deren Namen später niemand mehr kennt.
Das Blut der Babenberger erzählt nicht nur von Kriegen, Kreuzzügen und den Schicksalen einzelner Menschen. Es erzählt von einer Zeit, in der die Grundlagen für die Entwicklung Österreichs gelegt werden. Aus der Mark wird ein Herzogtum, die Babenberger gewinnen an Macht und Ansehen, und Wien entwickelt sich zunehmend zu einem Zentrum ihrer Herrschaft.
Was in dieser Zeit entsteht, wird die Geschichte Mitteleuropas noch über Jahrhunderte prägen. Die Babenberger legen einen wichtigen Grundstein für jene Entwicklung, aus der später Österreich hervorgehen wird – ein Land, das unter den Habsburgern schließlich zu einer der bedeutendsten Mächte Europas und zum Zentrum eines weit über Mitteleuropa hinausreichenden Herrschaftsraumes werden sollte.
Ulrich erlebt diesen Anfang, ohne wissen zu können, wohin er führen wird. Für ihn geht es um seinen Herrn, seine Kameraden, seine Familie und darum, in einer gefährlichen Zeit zu überleben. Für die Nachwelt aber wird seine Zeit zu einem der frühen Kapitel einer Geschichte, die noch lange nicht zu Ende ist.
Ein historischer Roman über Treue und Verrat, Krieg und Freundschaft, Macht und persönliche Entscheidungen – und über den Beginn einer Entwicklung, an deren Ende ein Österreich stehen wird, das weit größer und mächtiger sein sollte, als es sich im 12. Jahrhundert irgendjemand vorstellen konnte.