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Tirol, wie wir es heute kennen, existiert noch nicht.

Im 13. Jahrhundert ist das Land in zahlreiche Herrschaften, Täler und Besitzungen zersplittert. Mächtige Adelsgeschlechter, Bischöfe und weltliche Herren ringen um Einfluss, während wichtige Wege über die Alpen das Gebiet zu einem begehrten Knotenpunkt zwischen dem Norden und dem Süden machen. Inmitten dieser unruhigen Zeit verfolgt ein Mann einen außergewöhnlichen Plan: Meinhard II., Graf von Burg Tirol.

Mit politischem Geschick, wirtschaftlichem Einfluss und notfalls auch mit Gewalt beginnt Meinhard, die zersplitterten Gebiete unter seiner Herrschaft zu vereinen. Was andere durch Erbschaften, alte Rechte oder kirchliche Macht zu bewahren versuchen, will er seinem Einfluss unterordnen. Er kauft, verhandelt, droht und kämpft. Schritt für Schritt entsteht unter seiner Herrschaft ein zusammenhängendes Land – das Tirol, dessen politische Grundlage bis weit in die Zukunft reichen wird.

Doch während Meinhard um Macht und Herrschaft ringt, erlebt einer seiner Männer diese Veränderungen aus einer ganz anderen Perspektive.

Konrad ist kein Graf und kein Herrscher. Er ist ein einfacher Soldat. Der Kampf ist sein Beruf, und Hunger, Kälte, Gewalt und Todesangst gehören zu seinem Alltag. Er zieht für seinen Herrn in die Schlacht, begleitet Feldzüge und erlebt hautnah, wie sich die politischen Verhältnisse seiner Heimat verändern.

Doch Konrad kämpft nicht, weil er den Krieg liebt.

Was ihn antreibt, ist das Leben, das auf ihn wartet, wenn er nach Hause zurückkehrt. Die Umarmung seiner Frau. Das Lachen seiner Kinder. Ein gemeinsames Essen, ein vertrautes Wort, die kleinen Augenblicke, die im Alltag leicht übersehen werden und für ihn doch mehr bedeuten als jeder Sieg auf dem Schlachtfeld. Während Meinhard sein Land mit allen Mitteln vergrößern und seine Macht sichern will, sehnt sich Konrad vor allem nach einem Ort, an dem er nicht kämpfen muss.

So erlebt Konrad eine Zeit, in der sich seine Heimat grundlegend verändert. Er sieht, wie aus einzelnen Herrschaften und zersplitterten Gebieten allmählich ein gemeinsames Land entsteht. Er marschiert durch Täler und über Alpenpässe, erlebt politische Intrigen, Kämpfe und die Härte des mittelalterlichen Lebens – und muss immer wieder zwischen Pflicht und dem Wunsch nach einem friedlichen Leben mit seiner Familie seinen eigenen Weg finden.

Denn hinter den großen Entscheidungen eines Herrschers stehen Menschen wie Konrad. Männer, die Befehle ausführen, in den Krieg ziehen und dabei hoffen, wieder nach Hause zu kommen. Männer, deren größte Siege nicht auf dem Schlachtfeld stattfinden, sondern in den stillen Momenten mit den Menschen, die sie lieben.

Vor dem Hintergrund des Aufstiegs Meinhards II. und der Entstehung des Landes Tirol verbindet dieser historische Roman die große Geschichte mit dem Schicksal eines einfachen Mannes. Eine Geschichte über Macht und Krieg, über Heimat und Familie – und über einen Soldaten, für den die Liebe zu seiner Frau und seinen Kindern am Ende mehr zählt als jeder Ruhm.

Das Blut der Berge

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