
Unter Rudolfs Banner
Unter Rudolfs Banner
Der Aufstieg der Habsburger – eine Zeit voller Entscheidungen, Schlachten und neuer Machtverhältnisse.
Friedrich ist kein großer Feldherr und kein Mann, dessen Name später in den Chroniken stehen wird. Er ist ein einfacher Ritter, der seinen Lebensunterhalt mit seinem Schwert verdient und seinem Herrn die Treue hält. Doch an der Seite eines außergewöhnlichen Mannes wird er zum Zeugen eines Aufstiegs, den zu Beginn kaum jemand für möglich gehalten hätte.
Rudolf von Habsburg ist zunächst nur einer von vielen Fürsten des Reiches. Seine Familie besitzt Ländereien und Burgen, doch die Habsburger gehören noch lange nicht zu den mächtigsten Häusern Europas. Friedrich erlebt diese Welt aus nächster Nähe. Er kennt das Leben auf der Burg, die langen Reisen durch das Reich und die Mühen eines Ritterlebens. Noch ahnt niemand, dass Rudolf eines Tages die Königskrone tragen und damit den Grundstein für eine Entwicklung legen wird, die Europa über Jahrhunderte prägen soll.
Als Rudolf zum deutschen König gewählt wird, verändert sich alles. Aus dem Grafen wird der Herrscher des Reiches, und mit der Krone kommen neue Feinde. Vor allem König Ottokar Přemysl von Böhmen weigert sich, Rudolfs Anspruch anzuerkennen. Zwischen den beiden Herrschern beginnt ein Machtkampf, bei dem es um weit mehr geht als um persönliche Rivalität. Es geht um die Ordnung des Reiches und um die Frage, wer künftig über die bedeutenden Länder im Osten bestimmen wird.
Friedrich begleitet Rudolf auf seinen Feldzügen und erlebt, wie aus politischen Auseinandersetzungen offene Feindschaft wird. Er marschiert mit dem Heer durch das Reich, erlebt Verhandlungen, die jederzeit scheitern können, und sieht, wie Fürsten ihre Seite wechseln, wenn sich die Machtverhältnisse verändern. Zwischen Treue und Überleben muss auch er immer wieder Entscheidungen treffen.
Besonders für Österreich hat Rudolfs Aufstieg weitreichende Folgen. Die Auseinandersetzung mit Ottokar führt die Habsburger in jene Länder, die später zum Zentrum ihrer Macht werden sollen. Doch bevor Rudolf seine Herrschaft sichern kann, muss er sie auf dem Schlachtfeld behaupten.
Im August 1278 stehen sich die Heere bei Dürnkrut auf dem Marchfeld gegenüber. Auf der einen Seite Rudolf von Habsburg, auf der anderen sein mächtigster Gegner Ottokar Přemysl. Für Friedrich und die Männer in den Reihen des Heeres ist es kein Eintrag in einem Geschichtsbuch, sondern ein Tag voller Lärm, Angst, Erschöpfung und tödlicher Gefahr. Hier entscheidet sich nicht nur das Schicksal zweier Herrscher, sondern auch die Zukunft eines Landes.
Was danach entsteht, reicht weit über Rudolfs eigene Lebenszeit hinaus. Mit der Herrschaft über Österreich beginnt für die Habsburger eine Entwicklung, die sie von einem vergleichsweise unbedeutenden Adelsgeschlecht zu einem der mächtigsten Herrscherhäuser Europas führen wird.
Friedrich erlebt diesen Wandel von Anfang an. Er sieht Rudolf als Menschen und als Herrscher, begleitet ihn in Momenten des Erfolgs ebenso wie in Zeiten der Unsicherheit und muss schließlich erkennen, dass große Geschichte immer auch aus den Schicksalen einzelner Menschen besteht.
Unter Rudolfs Banner erzählt den Aufstieg der Habsburger aus der Sicht eines Mannes, der selbst kein großer Name der Geschichte wird – aber dort steht, wo Geschichte gemacht wird.